DAS MASTERPORTAL DEUTSCHLANDS

Bildung ist international!

Warum die Wissenschaft auf den internationalen Austausch angewiesen ist und wie Bildung als Brücke zwischen Kulturen fungiert

Bildung ist international, denn Bildung braucht Austausch. Wer wissen möchte, muss kennenlernen – und zwar über Landesgrenzen, über den eigenen Horizont und über den heimischen Kulturkreis hinweg. Zugleich ist Bildung der Schlüssel zu neuen Formen der Kooperation, zum Knüpfen neuartiger Kontakte und zur Schaffung einer gemeinsamen Gesprächsgrundlage. Schon Goethe hat gesagt, mit dem Wissen wachse der Zweifel. Und schließlich dieser Zweifel an eigenem Handeln und festgefahrenen Mustern regt zu Veränderung an. Genau deshalb spielen Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen eine wichtige Vermittlerrolle in einer zugleich mehr und mehr vernetzten und scheinbar doch auseinanderdriftenden Welt.

Was ist los in der Welt?

Diese Vermittlerrolle bekommt eine noch größere Bedeutung in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen. Der Trend scheint deutlich: Statt einer engen europäischen Vernetzung bröckelt der Zusammenhalt, statt einer gemeinsamen Klimapolitik gibt es Trump, statt Solidarität mit Menschen, die alles verloren haben, gibt es Pegida und AfD. Weil man im Chaos neuer Hiobs-Botschaften schnell mal den Überblick verlieren kann, hier noch einmal die größten Aufreger-Themen der letzten Wochen und Monate:

1. Donald Trump

Es scheint Jahrzehnte her zu sein, dass man den rüpelhaft anmutenden Unternehmer mit der komischen Frisur und seine Bestrebungen, Amerikas neuer Präsident werden zu wollen, ein wenig belächelt hat. Das, was am Anfang niemand glauben konnte oder wollte, ist Realität geworden. Seit Januar 2017 regiert der 71-Jährige die USA und hat seitdem schon für einige Schocknachrichten, wie zuletzt etwa der Ankündigung des Ausstiegs aus dem Pariser Klimaabkommen, gesorgt. Seinen Kurs der Abschottung fährt Trump unter der steten Devise „America First!“.

2. Der Brexit
Fast ein Jahr nach der Ankündigung des EU-Austritts der Briten wurden die Verhandlungen aufgenommen. Fest steht: Sowohl britische als auch internationale Firmen werden nicht verlustfrei davonkommen. Genauso düster sind die Aussichten aber auch für normale Bürger, denn Dinge wie Ein- und Ausreise oder Studien- und Arbeitsaufenthalte werden sich in Zukunft verkomplizieren. Besonders bitter bei der ganzen Angelegenheit ist bestimmt die Tatsache, dass über die Hälfte der Einwohner Großbritanniens für den Austritt gestimmt hat und Europa somit eine Absage erteilte.

Weitere Infos in unserem Artikel: Hochschulbildung in Zeiten des #Brexit

3. Die Flüchtlingskrise
Schon seit 2014 befinden sich immer mehr Menschen aus Krisengebieten - insbesondere aus dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land Syrien - auf dem Weg nach Europa, in der Hoffnung, hier Asyl gewährt zu bekommen. Ab 2015 war das Wort „Flüchtlingskrise“ als Reaktion auf ein überfordertes Europa in aller Munde. Bis heute stellt das sinnvolle Management der hohen Zahl Asylsuchender ein großes Problem dar, die europäischen Staaten finden keine Einigung. Dabei stehen immer wieder Fragen zur Verteilung der Ankommenden, Hilfe vor Ort, Höchstgrenzen und natürlich der Finanzierung im Raum. Besonders angefacht werden die Diskussion und speziell die „Flüchtlings-Gegner“ von mehrfachen Terroranschlägen, durch die Europa erschüttert wurde. Die Angst vor weiteren Anschlägen machen sich diejenigen zu Nutze, die das „Projekt Europa“ ohnehin als zum Scheitern verurteilt sehen und Einwanderer und Schutzsuchende als Feindbild stilisieren.

4. Die AfD
Zu den deutschen Europa-Gegnern gehört die Alternative für Deutschland, kurz AfD, die seit ihrer Gründung im Jahr 2013 erheblichen Zuwachs und eine Menge Pressewirbel verbuchen kann. Seit 2014 finden sich in 13 Landesparlamenten AfD-Abgeordnete. Allgemein wird die AfD als rechtspopulistisch eingestuft, in jedem Fall plädieren die Mitglieder beispielsweise für eine deutlich stärker reglementierte Asylpolitik und die Fokussierung auf Deutschland als Nationalstaat.

5. Europa-Ablehnung
Nicht nur in Deutschland erhalten Parteien, die sich eher von Europa abwenden - oder abwenden wollen - einen Zulauf. Nur zwei Beispiele für rechtspopulistische Tendenzen im europäischen Ausland sind etwa die Freiheitliche Partei Österreichs, die sowohl im Nationalrat als auch in den gesamten Landtagen Österreichs vertreten ist oder der französische Front National, der Sitze in der Nationalversammlung innehat.

6. Türkei und Russland als wankelmütige Partner
Sowohl die Türkei unter ihrem Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als auch Russland mit dem Präsidenten Wladimir Putin standen in den letzten Monaten stark im Pressefokus und geben eine ganze Reihe von Gründen zur Besorgnis, die sich unter den Stichpunkten Demokratieverlust und Verletzung der Menschenwürde zusammenfassen lassen. Eingeschränkte Meinungsfreiheit, unbegründete Festnahmen oder die Annektierung der Krim sind nur einige der Geschehnisse der letzten Zeit. Europa wird dabei durch sein Interesse an einer Einigung in der Flüchtlingsfrage in seiner Kritik gebremst.

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Auch wenn die aktuellen Tendenzen zur nationalen Abschottung berechtigten Grund zur Sorge geben, heißt das noch lange nicht, dass wir vor dem Ende unserer demokratischen Grundwerte stehen. Auch wenn Rechts- und Linksextremismus wachsende Phänomene sind, gibt es noch eine breite Mitte, die der Demokratie den Rücken stärkt. Auch viele Hochschulen haben reagiert und eine Reihe von Kampagnen für Toleranz und Integration ins Leben gerufen.

Weltoffene Hochschulen – Kampagnen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Studentenmobilität

„Es ist nicht genug zu wissen - man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen - man muss auch tun.“ – Auch das stammt aus Goethes Feder. Und er hat Recht. Eine reine Bestandsaufnahme scheint im Lichte der wachsenden extremistischen Lager, in denen Zweifel und Angst vor dem Fremden die Leute verunsichern, nicht genug. Bestärkt wird diese Hypothese in jedem Fall von der Tatsache, dass nicht zuletzt die geringe Wahlbeteiligung mehr als einmal die Ergebnisse zugunsten populistischer Parteien beeinflusst hat.

Die deutsche Hochschullandschaft nimmt die Pflicht, aktiv für Demokratie einzustehen, zumindest ernst. Schließlich droht auch der Wissenschaft im Falle der Eindämmung des florierenden internationalen Austauschs Stagnation. Deutschlandweit hat vor Allem eine Aktion unter dem Slogan „Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“, initiiert von der Deutschen Hochschulrektorenkonferenz, Wellen geschlagen. Auf verschiedenste Art und Weise werden die Ziele Integration, Austausch von Wissen und Offenheit von den Hochschulen unterstützt. Dabei ist es vor Allem die Arbeit an den folgenden Punkten, die zur Umsetzung beitragen soll.

1. Internationalisierung
Um Diskriminierung, starre Ansichten und Vorurteile zu überwinden, braucht es Offenheit. Austausch findet dann statt, wenn man seine eigene Alltagswelt verlässt, um sich auf neue Dinge einzulassen. Genau deshalb wird internationaler Lehre und Forschung eine so starke Priorität zuerkannt.

Als Reaktion auf die Tendenzen zu einer neuen Form der nationalen Eigenbrötlerei reagieren eine Reihe deutscher Universitäten und Fachhochschulen deshalb mit noch vielfältigeren und besser zugänglichen Wegen in die Welt für Wissenschaftler und Studenten. Zeitgleich werden die Türen für ausländische Interessenten noch weiter geöffnet, um auch innerhalb der Hochschule vielfältige Perspektiven und vielstimmigen Dialog zu bewahren und zu fördern.

Die Technische Universität Dresden erleichtert den ausländischen Studierenden ihren Einstieg in Deutschland im Welcome Center, welches neben persönlicher Beratung Informationsbroschüren und Veranstaltungen anbietet. Um die internationalen Kontakte zu pflegen, wird zudem ein weltweites Alumni-Netzwerk aufrechterhalten – als Regionalbotschafter stehen diese Alumni dann für Fragen zu einem Auslandsaufenthalt in ihrem Heimatland mit Rat und Tat zur Seite.

Das Programm der Universität Göttingen nennt sich InDiGU und lädt zu Workshops und Projekten ein, die interkulturelle Kompetenzen fördern, Engagement stärken und vor Allem langanhaltende Netzwerke zwischen Studierenden aus verschiedensten Ländern und mit unterschiedlichsten Ethnien schaffen sollen.

2. Anti-Diskriminierung

Eine kreative Form, sich gegen Diskriminierung auszusprechen und für gelebte Vielfalt zu plädieren, hat sich die Universität Hohenheim einfallen lassen: „We are colorful!“ heißt die Selfie-Kampagne, bei der die Studierenden zeigen sollen, wo ihre Wurzeln liegen. Die Nachricht, die die Uni Hohenheim mit diesen Bildern über YouTube verbreitet, ist die, dass internationale Studierende willkommen sind und dass Vielfalt stolz macht.

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Köln hat ein Referat mit dem Zuständigkeitsbereich Anti-Diskriminierung. Bei gemeinsamen Aktionstagen, Veranstaltungen und Festen werden Vorurteile durch unkomplizierte und direkte Begegnung abgebaut.

Auch das Deutsche Studentenwerk setzt sich für Chancengleichheit und Diversität ein und unterstützt mit seinen Beratungsangeboten Studierende mit Migrationshintergrund.

3. Integration
Ebenfalls an der Universität Köln beheimatet ist der UzK Academic Refugee Support. Geflüchtete Menschen können sich hier zu Studienmöglichkeiten informieren oder Unterstützung beim Wiedereinstieg in ihren Wissenschaftsbereich bekommen.

Das Potential, das viele Menschen, die nach ihrer Flucht in Deutschland gelandet sind, mitbringen, haben viele deutsche Hochschulen bereits erkannt. Dementsprechend wurden inzwischen nahezu überall entsprechende Beratungs- und Informationsstellen eingerichtet. Die Hochschule Heilbronn versucht durch eine Mischung aus Expertenvorträgen, individuellen Beratungsgesprächen und Kursen Flüchtlingen beim (Wieder-)Einstieg in Studium oder Berufsleben zur Seite zu stehen. An der Ruhr-Universität in Bochum werden – wie vielerorts – im Zuge der Initiative „Universität ohne Grenzen“ intensive Deutschkursangebote vom Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) finanziell gefördert.

4. Klare Positionierung
Sich klar zu positionieren – gegen Abschottung, Ausgrenzung und Rassismus – ist ein wichtiges Zeichen. In all der Unklarheit ist das Gewicht, das klaren Stellungnahmen beigemessen werden kann, gestiegen. Nahezu alle deutschen Hochschulen haben den Wert von Internationalität und interkulturellem Austausch für Wissenschaft und Lehre erkannt. Stellungnahmen wie etwa die der Universität Göttingen oder der Universität Bonn zeigen vor Allem aber auch, dass gegenläufige Tendenzen hin zu Fremdenfeindlichkeit und Ablehnung erkannt wurden. Darüber hinaus haben eine ganze Reihe von Hochschulleitungen das Engagement von Studierenden und Mitarbeitern anerkannt und versprechen weitere Unterstützung, um noch mehr Menschen zum freiwilligen Einsatz für mehr Toleranz zu bewegen.

Internationale Reaktionen

Aber nicht nur deutschlandweit, sondern genauso auf der internationalen Ebene fühlen sich Hochschulen zum Einsatz gegen die politische Tendenz der Abschottung berufen. Insbesondere der Brexit hat eine Reaktionswelle britischer Universitäten hervorgerufen. Erst kürzlich äußerte sich Dominic Shellard, Rektor der De Montfort Universität von Leicester, im Interview mit dem Tagesspiegel kritisch gegenüber dem EU-Austritt. Als Reaktion auf seine Sorge, internationale Studenten könnten sich nicht mehr willkommen fühlen, plant er, noch mehr um gerade diese Studenten zu werben. Auch die University of Kent hat ein deutliches Zeichen gesetzt, indem sie ihren Campus mit Flaggen mit der Aufschrift „Wir sind europäisch“ geschmückt hat.

Fazit

Was können wir mitnehmen aus den zahlreichen Hochschulaktionen, die sich für Weltoffenheit einsetzen? Vielleicht, dass noch nichts verloren ist, solange noch genug Menschen für gegenseitiges Verständnis und Toleranz kämpfen – so düster uns die täglichen Schlagzeilen auch manchmal stimmen mögen. Und dass sich der Einsatz lohnt. Das zeigen nicht zuletzt die aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes), nach denen derzeit 355.000 ausländische Studierende – und damit mehr als je zuvor - an deutschen Hochschulen eingeschrieben sind. Aber nicht nur Deutschland ist ein international attraktiver Studien- und Forschungsstandpunkt, auch die deutschen Studierenden nutzen die zahlreichen Möglichkeiten, das gesamte Studium oder einzelne Semester im Ausland zu absolvieren. Der weltweite Trend zeigt also: Studierende sind über Landes- und Kulturgrenzen hinweg mobil.

Und das ist nicht nur aus ideellen und bildungsbiographischen Gesichtspunkten positiv zu bewerten – eine große Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlern birgt handfeste gesellschaftliche Vorteile und ist Voraussetzung für funktionierenden Austausch in der Spitzenforschung, Fortschritt, Innovationen und wirtschaftlichen Erfolg.

Weiterführende Infos finden sich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie auf der Microsite wissenschaftweltoffen.de vom DAAD/DZHW.

Kontakte in die Welt – Die MASTER AND MORE/BACHELOR AND MORE Messen

Um andere zu verstehen, muss man sie kennenlernen. Und um Wege in die Welt zu nutzen, muss man sie zuerst ausfindig machen. Die Möglichkeit hierzu bieten die MASTER AND MORE Messen für Bachelor-Studierende und -Absolventen sowie die BACHELOR AND MORE Messen für Abiturienten und Oberstufenschüler.

Als Schnittstelle zwischen Hochschulen, Arbeitgebern und Studierenden aller Nationalitäten wollen die Messen eine Möglichkeit bieten, Kontakte zu knüpfen und Optionen zu entdecken – insbesondere auch Optionen, neue Kulturen zu entdecken und in einem komplett neuen Umfeld Talente auszubauen. Weil Bildung eine wichtige Brücke zwischen Ländern und Kontinenten ist, sind internationale Studierende ein zukunftsweisender Baustein hin zu einer solidarisch vernetzen Welt.

Die Termine, um auf den Studienwahlmessen die internationale Hochschulwelt zu erleben, gibt es hier:






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